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Der Taler ist wohl die bekannteste Münze überhaupt. Er dient im Sprachgebrauch manchmal sogar als Synonym für "Geldstück" schlechthin; dabei ist der Taler viel jünger als z.B. der Pfennig oder der Groschen.
Am Ende des Mittelalters, in dessen Frühzeit nur silberne Pfennige umliefen, bestand durch wachsenden Handel und die sich lebhaft entwickelnde Wirtschaft ein großer Bedarf an einem höherwertigen Zahlungsmittel.
Durch große Silberfunde in Tirol angeregt, ließ der Erzherzog Sigismund der Münzreiche 1486 erstmals Silbermünzen im damaligen Wert von einem Goldgulden schlagen, im Gewicht von einer Unze (31,86 g). Man nannte sie Guldengroschen wegen der Wertgleichheit mit dem Goldgulden. Die Ausprägung blieb gering, aber die Idee breitete sich aus. Eine Anzahl kleinerer Münzstände begann mit der Ausprägung dieser Großmünzen.
Auch die Herzöge und Kurfürsten im silberreichen Sachsen begannen um 1500, Guldengroschen auszuprägen, allerdings im geringeren Gewicht von ca. 30 g bei einem Silbergehalt von 27,41 g. Bedingt durch eine hohe Prägeauflage konnte sich die neue Münze schnell ausbreiten und wurde auch anderenorts im gleichen "Schrot und Korn" (Gewicht und Feingehalt) geprägt.
Ihren Namen und ihren endgültigen Siegeszug verdankt die Großsilbermünze aber dem Umstand, dass auf dem Besitz der böhmischen Adelsfamilie Schlick an der Südseite des Erzgebirges 1516 große Silbervorkommen gefunden wurden. Der Fundort, Konradsgrün, wurde in St. Joachimsthal umbenannt.
Seit 1520 prägten die von Schlick dort ungeheure Mengen an Silbermünzen nach sächsischem Vorbild, man nimmt zwischen 1520 und 1528 eine Zahl von 1 Million Stück an. Sie wurden bald auf Messen und Märkten beherrschendes Geld. Nach ihrem Prägeort nannte man sie Joachimsthaler oder in Kurzform einfach Thaler bzw. Taler. Der Name übertrug sich auf andere wertgleiche Guldengroschen und verbreitete sich bald über ganz Europa; als Dollar eroberte er sich die Neue Welt. Andere Länder prägten Großsilbermünzen mit in etwa gleichem Gewicht und Feingehalt, gaben ihnen aber andere Namen.
Heute ist die Zeit der großen Silbermünzen - von Prägungen für Sammler abgesehen - vorbei, Papiergeld, Scheckbuch und Kreditkarte haben sich aus praktischen Gründen durchgesetzt. Der alte Taler lebt jedoch im Sprachgebrauch und in Sprichwörtern weiter.

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