Das Gallische Sonderreich. Köln als Hauptstadt und Münzstätte |
 |
Im 3. Jh. n.Chr. begann sich der Niedergang des Römischen Reiches deutlich abzuzeichnen. Fremde Völker bestürmten und überrannten die Grenzen, die unzufriedenen Legionen setzten Kaiser ein, stürzten und ermordeten sie. Nach einem Bruch mit Saloninus Caesar, dem Sohn des römischen Kaisers Gallienus und Statthalter für die westlichen Reichsteile, riefen die Soldaten 260 n. Chr. Cassianus Latinius Postumus zum Gegenkaiser aus. Köln wurde die Hauptstadt seines ausgedehnten Reiches, das Frankreich, Germanien und England umfaßte und heute das Gallisch-Römische Sonderreich genannt wird. Die Münzen des Postumus und seiner Nachfolger wurden meist in der schon von Gallienus eingerichteten Münzstätte Köln geschlagen. Unter den Antoninianen und besonders den seltenen Aureen (Goldmünzen) gibt es erstaunlich feine und künstlerisch hochwertige Gepräge. Auf den Rückseiten finden sich viele Darstellungen, die auf Herkules, den speziellen Schutzgott des Postumus, Bezug nehmen. Im Jahre 269 n.Chr. erhob sich Laelianus, einer seiner Heerführer, gegen Postumus und ließ sich seinerseits zum Kaiser ausrufen. Postumus konnte ihn bei Mainz besiegen, wurde aber dann von seinen eigenen Truppen erschlagen, als er ihnen die Plünderung der eroberten Stadt verweigerte. Auch der Nachfolger des Laelianus, Marius, wurde bald von meuternden Legionären ermordet. Auf Victorinus (269-271) folgte Tetricus, den der römische Kaiser Aurelian endlich, im Jahre 273, zur Entscheidungsschlacht herausforderte. Noch vor dem Ende des Kampfes ergab sich der gallische Gegenkaiser Tetricus dem regulären Kaiser aus Rom. Ihm wurde das Leben geschenkt, so dass er als einziger Herrscher des nur 13 Jahre bestehenden "Gallischen Sonderreiches" eines natürlichen Todes starb. |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
Postumus, römischer Gegenkaiser in Köln, 260 - 269 n. Chr. Aureus Vs.: Büste mit Lorbeerkranz Rs.: Thronende Roma mit Victoriola (kleine Statue der Siegesgöttin), ROMAE AETERNAE, dem ewigen Rom. |
|
|