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Stadt Köln
Doppelter Ursula- oder Drei-Königen-Taler o. J. (um 1620/30 geprägt)
Vs.: Die Hl. Drei Könige stehen v.v. als Schutzpatrone über dem Stadtwappen mit den drei Kronen und 16 (statt 11) Funken.
Umschrift, unterbrochen von den kleinen Wappenschilden, die man den Hl. Drei Königen zugedacht hatte: IASPAR MELCHI OPET*BA LTASAR, darunter in gotischer Schrift: O FELI´(x) COL.(onia), oh glückliches Köln (glücklich, die Gebeine der hl. Drei Könige beherbergen zu dürfen).
Rs.: Schiff, in der Mitte hl. Ursula mit Pfeil in der Brust, rechts der legendäre hl. Papst Cyriacus mit Doppelkreuzstab, links der englische Prinz Aetherius, daneben und dazwischen angedeutet die Jungfrauen. Links darüber die Standarte mit den drei englischen Leoparden, rechts mit sechs Vehe (Feh, ursprünglich Eichhörnchen-Pelze) für die Bretagne.
SANGVI´E NI ROSEO REGNA VICERE SVPE´NA (sanguine hic roseo regna vicerunt superna, ein Vers aus einem Hymnus).
Silber, 56,20 g, Ø 46 mm

Die Darstellung des Schiffes entspricht der auf englischen Schiffsnobeln.

Die erste Münze dieses Typs, ein 1516 datierter Guldengroschen (Vorläufer der Talermünze), wurde um 1620 als undatiertes Gepräge in verschiedenen Gewichten nachgeahmt. Gegen eine amtliche Münze der Stadt Köln spricht hier das Fehlen des Namens der ausgebenden Stadt ("O Felix Colonia" ist eine religiöse Formel, keine "amtliche").
Nach neuerer Erforschung der zeitgenössischen Quellen dienten diese Stücke vielmehr der Stadt als sogenannte "Schenkpenninge", als wertvolle Geschenkmünzen an auswärtige Gesandte oder andere wichtige Persönlichkeiten. Noch 1643 schenkte der Rat dem Beauftragten des französischen Königs Ludwig XIII, der die Leiche der Maria de Medici abholte, eine goldene Kette mit solch einem anhängenden Dreikönigs-"Pfennig". Für diese Verwendung spricht auch die Prägung in sehr unterschiedlichen Gewichten, sogar in Gold; das Geschenk beinhaltete einen hohen materiellen Wert.
Das flache Bild mit geringem Relief erinnert andererseits wieder eher an eine Münze, ein Geldstück. Medaillen des frühen 17. Jh., die von Fürsten oder Städten verschenkt wurden, weisen gewöhnlich ein wesentlich höheres Relief auf und sind künstlerisch hochwertiger und sorgfältiger gearbeitet. Die überlieferten Kölner Exemplare zeigen häufig Umlaufspuren, sie scheinen jedenfalls im Geldverkehr als Taler und Doppeltaler eine gewisse Rolle gespielt zu haben.
Alfred Noss kam in seinem umfangreichen Werk über Kölner Münzen (Die Münzen der Städte Köln und Neuss 1474-1794, Köln 1926, S. 47-50) noch zu dem Schluss, dass es sich bei diesen Geprägen eher um private Ausgaben handeln muss, die an Pilger verkauft wurden. Das hohe Gewicht eines solchen Doppeltalers repräsentierte in dieser Zeit ein kleines Vermögen, das sich ein einfacher Pilger sicher nicht leisten konnte.

Ein vergoldetes Exemplar des einfachen Talers ziert heute als Mittelstück das Brustschild der 1955 entstandenen Amtskette des Kölner Oberbürgermeisters.
Das hier abgebildete Exemplar der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln stammt aus der Slg. Weiler, es wurde von ihm 1986 erworben auf einer mißverständlich "Sammlung Meyer-Coloniensis" genannten Auktion ( richtig: Slg. des Kölner Stadtbaumeisters Karl Band).

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