Geschichte des Geldes » Einführung

Geld ist heute ein ungeheuer komplexer Begriff, er hängt zusammen mit "gelten", aber auch mit "abgelten", Buße tun. Man kann kaum genau sagen, was Geld eigentlich ist, welche Funktionen es hat: Tauschmittel, Medium zum Aufbewahren von Kapital, Wertgegenstand, Wertmaßstab, Prestigeobjekt ...

Ein Leben ohne Geld ist für uns heute undenkbar. Wenn wir plötzlich auf Banknoten und Münzgeld verzichten müssten, würden wir sicher wieder irgendein wertvolles, haltbares und begehrtes Gut zu Geld machen. Es ist erst sechzig Jahre her, dass die Bürger unseres Staates dies in Form der Zigarettenwährung der Nachkriegszeit erleben konnten. Die alten Münzen und Banknoten des "Dritten Reiches" galten zwar noch, waren jedoch so gut wie wertlos. Mit Zigaretten konnte dagegen so gut wie alles bezahlt werden, das Kleidungsstück wie die Kinokarte. Neben diesem fast standardisierten Zahlungsmittel galten auch andere "Währungen", wie Nylonstrümpfe oder alkoholische Getränke.

In verschiedenen Gebieten der Erde und in unterschiedlichen Epochen entwickelten menschliche Gesellschaften mehr oder weniger unabhängig voneinander eigene Geldformen. Die Ursprünge sind ebenso unterschiedlich wie die Erscheinungsformen und die Anwendungsbereiche.
Die Wurzeln der Entwicklung des Geldes in unserem europäischen Kulturkreis liegen vermutlich im Tauschhandel, der wiederum erst durch die Arbeitsteilung notwendig und auch möglich geworden war: Es stellte nicht mehr jeder alles für den Eigenbedarf Notwendige selbst her, sondern man erwarb fehlende Dinge mit Hilfe von eigenen Überschussprodukten.
Der ursprünglichste Handel bestand im direkten Tausch Ware gegen Ware oder gegen Dienstleistung. Wenn das gewünschte Objekt nicht direkt einzutauschen war, diente ein Gegenstand, der möglichst von allen begehrt, allgemein als wertvoll anerkannt, handlich und haltbar sein sollte, als Tauschvermittler. In unserem Kulturkreis handelte es sich dabei meistens um Metalle - Kupfer und Bronze, die für die Herstellung von Waffen und Geräten gebraucht wurden, oder Edelmetalle für Schmuckherstellung - oder um die Fertigprodukte selbst.
Der Schritt vom abzuwiegenden Metall zum kleinen Barren, auf dem ein allgemein anerkannter Stempel gleichbleibendes Gewicht und die Legierung garantierte, also vom vormünzlichen oder "Traditionellen Zahlungsmittel"  zur Münze, war relativ klein.
Bis ins 20. Jahrhundert blieben die größeren Münzen, die Taler oder die Goldmünzen, in der Regel vollwertige Barren: Aus einem 20-Markstück aus Gold konnte man sich bis zum ersten Weltkrieg durchaus einen Ring machen lassen. Diese Münze wog 7,965 g und besaß einen Feingehalt von .900 (90 % Gold, 10 % Kupfer). Das in ihr enthaltene Edelmetall war genau 20 Mark wert, Rohgold konnte man nicht billiger kaufen als in Form dieses Geldstücks.

Der Tauschhandel Ware gegen Ware bestand auch nach der Erfindung des Münzgeldes weiter, in bäuerlichen Gegenden noch bis weit in die Neuzeit. Auch Abgaben, wie der Zehnte, wurden in Naturalien bezahlt. In Zeiten, in denen das Vertrauen zum offiziellen Geld gestört war, wie Inflation oder Krieg, dienten wieder wertvolle Objekte, wie Gold oder die bereits erwähnten Zigaretten, als Tauschvermittler.

Der römische Kaiser Hadrian opfert über Altar. Darstellung auf einem Denar, geprägt in Rom zwischen 128 und 138 n. Chr. Publius Aelius Hadrianus beherrschte als Kaiser von 117 bis 138 n. Chr. das römische Reich.
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