Geschichte des Geldes » Deutsches Kaiserreich
1871 bis 1918
Neues Geld in Mark und Pfennig

Eine der wichtigsten Aufgaben des 1871 gegründeten Deutschen Reiches war die Schaffung eines einheitlichen Geldsystems. Als Einheit wählte man auf Betreiben Sachsens die Mark, ursprünglich ein Edelmetallgewicht und zeitweise Münzeinheit in nordeuropäischen Staaten. Sie wurde als erstes Dezimalsystem für Deutschland in 100 Pfennige unterteilt und setzte dem Währungswirrwarr des 19. Jh. endgültig ein Ende.
Wichtigste Neuerung war die Einführung des Goldmünzfußes. Silbermünzen wurden jetzt nur noch als Kreditmünzen ausgeprägt, ihr Wert bezog sich auf die Goldmark. Die Umstellung wurde durch die enormen Reparationszahlungen der Franzosen nach ihrer Niederlage im Krieg 1870/71 möglich, die in Gold geleistet wurden.
Taler nach dem 30- und 14- Talerfußgesetz galten noch bis 1907 als 3-Mark-Stücke, die anderen alten Münzen wurden schon früher ungültig.
Ab 1873 begann man in 9 Münzstätten mit der Prägung von Münzen zu 1 Pfennig bis 1 Mark, sie zeigen den Wert und den Reichsadler.
Obwohl die Währungshoheit beim Reich lag, erschienen auf den Silbermünzen zu 2 und 5 Mark, seit 1908 auch zu 3 Mark, sowie auf den Goldmünzen zu 5, 10 und 20 Mark die Portraits der Reichsfürsten bzw. die Wappen der Städte Lübeck, Bremen oder Hamburg. Manche dieser Prägungen wurden zu bestimmten Anlässen als "Sondermünzen" ausgegeben.
Unter den Kleinmünzen konnten sich damals ungewöhnliche Werte zu 20 und 25 Pfennig nicht durchsetzen.
Das deutsche Kaiserreich endete mit der Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg und der Ausrufung der Weimarer Republik 1918.

Zur Einführung der Mark 1871 veranstaltete das Geldgeschichtliche Museum 1999 als 157. Thema seiner Reihe "Das Fenster" eine Ausstellung.

Deutsches Kaiserreich
Wilhelm I. als deutscher Kaiser, 1871-1888
 "Doppelkrone", 20 Mark Gold 1871
Vs. Kopf des Kaisers
Rs. Deutscher Reichsadler mit preußischem Mittelschild.
Gold (90 %, 10 % Kupfer). 
7,965 g Rauhgewicht, 7,168 g Feingewicht.
Ø 21 mm.
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